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Die Globalisierung und Gesellschaftstransfor-mation
am Beginn des neuen Jahrtausends ist begleitet von tiefgreifenden
Konflikten auf allen räumlichen Ebenen. Besonders der Krieg
im Irak zeigte einmal mehr, wie sehr die Um-brüche der Gesellschaft
zutiefst verbunden sind mit ihren geopolitischen Leitbildern, Zei-chen
und Semantiken. Die wachsende Auf-merksamkeit von Seiten der Gesellschaft
an diesem Thema dokumentiert die rege Nachfra-ge nach dem neu von
der DGfG eingerichteten und vom Arbeitskreis koordinierten Kompe-tenznetzwerk
Politische Geographie (siehe www.politische-geographie.de).
Der Arbeitskreis Politische Geographie
selbst blickt im Jahr 2003 auf eine Reihe verschiede-ner Aktivitäten
zurück, die im nachfolgenden Bericht zusammengefasst werden.
Er hat der-zeit 71 Mitglieder und zählt damit zu den grö-ßeren
thematisch ausgerichteten Diskussions-foren der Geographie im deutschen
Sprach-raum. Auf verschiedenen Tagungen und Workshops konnten im
vergangenen Jahr die zahlreichen Forschungsaktivitäten im Bereich
der Politischen Geographie vorgestellt und diskutiert werden.
Im Januar des Jahres 2003 fand in Münster
die Tagung "Konzepte um Raum und Macht in Politischer Geographie
und den Internationa-len Beziehungen" am Institut für
Geographie statt. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung, die gemeinsam
mit Wissenschaftlerinnen des Lehrstuhls für Politische Wissenschaften
II (Prof. Kohler-Koch) der Universität Mannheim durchgeführt
wurde, stand der Austausch zwi-schen den beiden Disziplinen, die
sich eng mit der Wechselwirkung von Politik und räumli-cher
Macht beschäftigen. An zwei Tagen konnten sich die ca. 90 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer aus Politischer Geographie und Politikwissenschaften
in vier Vortragsblöcken über aktuelle Themen (Globalisierung
und Weltgesellschaft, Krise des Westfälischen Systems der Nationalstaaten,
europäische In-tegration, öffentlicher Raum und Kontrollge-sellschaft)
über die Disziplingrenzen hinweg austauschen.
Das zweite Treffen des Arbeitskreises
im Be-richtszeitraum fand auf dem Geographentag in Bern statt. Dort
wurden im Rahmen einer für alle Interessenten offenen AK-Sitzung
mit dem Thema "Geopolitik und offene Gesellschaft" aktuelle
Konflikte um Macht und Raum disku-tiert. Die Veranstaltung war auf
Grund der großen Resonanz auf den Call for Papers in zwei
Blöcke aufgeteilt. Am Vormittag wurden die aktuellen geopolitischen
Verwerfungen der Weltpolitik thematisiert. Nachmittags wurden Veränderungen
in den Gesellschaften disku-tiert, die sich im zunehmenden Auseinander-klaffen
der sozialen Schere niederschlagen und ihren territorialen Ausdruck
in Zugangsbe-schränkungen auf verschiedenen Maßstabs-ebenen
finden.
Um auf wissenschaftlicher Ebene eine
Platt-form für aktuelle Forschungsergebnisse der Politischen
Geographie zu schaffen, wurde im LIT-Verlag die Schriftenreihe "Forum
Politi-sche Geographie" ins Leben gerufen. Diese Reihe schafft
die organisatorischen Vorausset-zungen dafür, Forschungen aus
dem Bereich der Politischen Geographie, sei es in Form von Dissertationen,
in Form von Tagungsbänden oder in Form von Berichten über
größere For-schungsprojekte, ein einheitliches Label
zu verschaffen. Anregungen für Veröffentlichun-gen nimmt
der Herausgeber Prof. Dr. Reuber (p.reuber@uni-muenster.de) oder
der Schrift-leiter Dr. Wolkersdorfer (wolkersdorfer@uni-muenster.de)
gerne entgegen.
Für November des Jahres 2004 ist,
in Koopera-tion mit dem Institut für Geographie in Nijme-gen,
eine internationale Tagung zum Thema "Politics of Bodies and
Space", in Vorbereitung.
Prof. Dr. Paul Reuber
Dr. Günter Wolkersdorfer
Lehrstuhl für Sozialgeographie & Politische Geographie
Institut für Geographie
Universität Münster
Robert Koch-Straße 26-28
D-48149 Münster
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