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Der Arbeitskreis Politische Geographie:

Wenn die Welt noch nicht gewusst hätte, wie eng die Verkopplung von Macht und Raum im Zeitalter der Globalisierung ist, so hätten ihr dies spätestens die Anschläge vom 11. September mit unausweichlicher Deutlichkeit vor Augen geführt. Der weltumspannenden Topographie der Gewalt wurde nicht nur eine neue Narbe hinzugefügt, sondern es wurde erneut klar, dass ‚der Raum' für seine Gesellschaft keine simple Distanz- oder Ressourcenmatrix darstellt; er repräsentiert und verkörpert vielmehr eine tiefe Symbolik der Macht, eine unsichtbare Topographie der politischen Bedeutung, die oft erst den Schlüssel für das Verständnis von Konflikten mit territorialer Dimension auf allen Maßstabsebenen bildet.
Ein wesentlicher Motor für die dynamische Entwicklung im Bereich der Politischen Geographie liegt zweifellos in der weltweiten Neuordnung der Kräfteverhältnisse. Den Kern dieser politischen Transformation bildet die Erosion der Nationalstaaten, die lange als unverrückbare Bausteine für die gesellschaftliche Repräsentation des "geopolitischen" Systems galten.
Die Veränderungen gehen gleichzeitig in zwei Richtungen und ergänzen sich in ihrer politisch-geographischen Tragweite: Zum einen geben die Nationen in einer Welt erstarkender trans- und multinationaler Akteure politische Steuerungskompetenzen nach oben ab. Gleichzeitig müssen die Nationen auf dem Weg der Wandlung der Welt von einer stärker territorialen zu einer stärker netzwerkartig verfassten Struktur auch Kontroll- und Ausgleichsfunktionen nach innen abgeben. Auch hier ist die Auseinandersetzung um die Kontrolle über räumliche lokalisierte Ressourcen längst nicht mehr allein die Domäne politisch gewählter Akteure. Das Resultat ist eine Neuverhandlung des Dreiecks von Gesellschaft, Raum und Macht auf allen Maßstabsebenen und es ist ein Kernziel der Politischen Geographie, diesen tiefgreifenden Wandel sowohl mit neuen theoretischen Konzepten als auch mit neuen Forschungsfragen und empirischen Untersuchungen kritisch und verantwortlich zu begleiten.

Der Arbeitskreis Politische Geographie in der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) wurde als Reaktion auf eine Tagung in Heidelberg zum ‚State of the Art' der Politischen Geographie gegründet. Auf dieser Tagung wurden Paul Reuber und Günter Wolkersdorfer zu den Sprechern des Arbeitskreises gewählt. Die Ziele des Arbeitskreises sind:

  • die wechselseitige Information der Mitglieder
  • die Durchführung von Tagungen
  • die Bildung eines eigenen Veröffentlichungsorgans im ‚Forum Politische Geographie'
  • die Schaffung interdisziplinärer Kontaktnetze
  • die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit durch die Bildung eines.Kompetenznetzwerks

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